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Jede Hand zählt – alle Berufsgruppen werden gebraucht

In den vergangenen zweieinhalb Jahren der Pandemie haben die Mitarbeitenden in der Pflege, Alten- und Eingliederungshilfe eine hervorragende Arbeit geleistet. Unter Einhaltung der sich ständig ändernden Corona- und Hygienerichtlinien haben sie den Betrieb in den Einrichtungen aufrechtgehalten und sich um kranke, pflegebedürftige und alte Menschen gekümmert. Dabei haben sie alle notwendigen Infektionsschutzmaßnahmen umgesetzt, um die Bewohner bestmöglich zu schützen.

„Die letzten beiden Jahre haben uns gezeigt, dass wir ein Infektionsgeschehen nicht komplett verhindern können. Und zwar ganz unabhängig vom Impfstatus der Mitarbeitenden. Aber wir haben wirksame und erprobte Maßnahmen, um die Infektionen einzudämmen. Dazu zählen vor allem natürlich das Tragen von Masken, regelmäßige Testungen, aber auch das Lüften sowie regelmäßige Hygiene- und Desinfektionsmaßnahmen“, erklärt Christiane Schilling, Vorständin für die Bereiche Altenhilfe und Soziale Teilhabe bei den Franziskanerbrüdern vom Heiligen Kreuz und damit auch für Kloster Ebernach zuständig.

In der Öffentlichkeit wird oft der Eindruck vermittelt, bei ungeimpften Mitarbeitern handele es sich um Impfgegner. Das entspricht nicht der Realität, vielmehr haben viele Menschen oft durchaus nachvollziehbare Gründe für ihre Entscheidung und sind bereit, alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen mitzutragen. Denn ungeimpfte Beschäftigte müssen sich täglich unter Aufsicht testen und zusätzlich dauerhaft FFP2-Masken tragen. In dieser Kombination bietet das ein sehr hohes Maß an Sicherheit. Außerdem liegen die Impfquoten in allen Einrichtungen weit über denen der Gesamtbevölkerung.

 

Karlheinz Saage, Direktor Fördern | Wohnen | Pflegen – Gemeindepsychiatrie der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach spricht für den Wohnpark Cochem-Brauheck. Er macht auf einen anderen Punkt aufmerksam: „Die ständigen und oft kurzfristigen Richtungswechsel bei den Verordnungen und in der Politik haben nicht nur die Mitarbeiter und Besucher verunsichert, auch unsere Bewohner wussten oft gar nicht mehr, was denn noch erlaubt ist und was nicht. Wir wünschen uns hier mehr Kontinuität und, dass die Gesundheitsminister von Bund und Ländern sehr zeitnah Klarheit zu der Frage schaffen, ob die einrichtungsbezogene Impfpflicht über den 31. Dezember hinaus Bestand haben soll.“

Und auch der Blick in ihre Dienstgemeinschaften ist den Verantwortlichen wichtig. Denn nicht erst seit Corona gehen Mitarbeitende immer und immer wieder an ihr Limit. Menschen ergreifen einen sozialen Beruf, um für andere da zu sein. Dieses Bedürfnis, anderen zu helfen, lässt sie oft die eigenen Grenzen vergessen und führt nicht selten zu Erschöpfung und Krankheit.

„Mir ist vor allem die Solidarität auch unter den Einrichtungen und Mitarbeitenden in der Pflege wichtig. Wir möchten einfach, dass Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind, gut versorgt werden können. Dazu brauchen wir genügend Pflegekräfte und auch künftig junge Menschen, die diesen Beruf ergreifen,“ so Felix Angsten vom Senioren Wohnpark Lutzerath GmbH.

Vor dem Hintergrund des personellen Pflegenotstands, der sich schon seit Jahren bemerkbar macht und für den die Politik nach wie vor keine Lösungen anzubieten hat, verschärfen die jetzt ausgesprochenen Betretungs- und Tätigkeitsverbote für ungeimpfte Mitarbeitende in voll- und teilstationären sowie ambulanten Pflege- und Betreuungseinrichtungen die Lage zusätzlich.

„Unser Ziel ist es deshalb, gemeinsam konstruktive Lösungen zu finden“, erklärt Christiane Schilling abschließend. „Wir wünschen uns hier mehr Unterstützung durch die Politik, mehr Fingerspitzengefühl und vor allen Dingen einen offenen Dialog mit allen Beteiligten. Menschen in der Pflege brauchen Anerkennung anstatt Stigmatisierung. Wir danken allen Berufsgruppen in unseren Einrichtungen ausdrücklich für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr großes Engagement.“

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