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Ein „Vater für viele“ wurde nach Hause gerufen

Große Bestürzung erfasst dieser Tage die Menschen in Kloster Ebernach. Der langjährige Heimleiter und allseits bekannte wie geschätzte Franziskanerbruder Josef Kopp, verstarb unerwartet an Covid-19. Viele Mitarbeitende und Bewohner pflegten gute Kontakte zu ihm, auch seit er 2015 als Superior ins Mutterhaus des Ordens, im Wiedtal wechselte. In der Stadt Cochem und in der Umgebung war Br. Josef, dessen Markenzeichen die strumpffreien Füße in Sandalen waren, allseits bekannt und geschätzt. Fast sein ganzes Ordensleben lebte er für und in Kloster Ebernach.

Br. Josef FFSC wurde am 20. März 1952 in Konstanz/Baden als einziger Sohn seiner Mutter geboren. Dort wurde er auch eingeschult, ehe die kleine Familie ins nahe Friedrichshafen umzog. Mit zehn Jahren kam Br. Josef nach Göttingen, wo er das Abitur ablegte. Nach dem humanistischen Gymnasium absolvierte er in einer großen Behinderteneinrichtung in Herten bei Basel ein Praktikum und lernte dort einige Franziskanerbrüder kennen, welche sich im damals neuen Berufsbild der Heilerziehungspflege ausbildeten.

Am 31. August 1970 trat Bruder Josef in die Ordensgemeinschaft der Franziskanerbrüder vom Heiligen Kreuz ein und begann parallel mit seiner Ausbildung in Herten. 1973 legte er seine erfolgreiche Prüfung zum Heilerziehungspfleger ab und band sich am 4. Oktober 1974 in der Ersten Profess an die Ordensgemeinschaft. Im selben Jahr kam Br. Josef nach Cochem ins Kloster Eberbach, wo er in der Betreuung und Begleitung von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung tätig war. Bald übernahm er Leitungsverantwortung im Gruppendienst, später als Pflegedienstleiter und schließlich viele Jahre als Heimleiter. Als solcher prägte er die Einrichtung über Jahrzehnte mit seiner freundlichen und ausgeglichenen, allen Menschen stets zugewandten Art. Unter seiner Ära wurde ein großer Neubau errichtet, öffnete sich die Einrichtung für Frauen, wurde ein sexual-pädagogisches Konzept eingeführt, die Kooperation mit dem Herz-Jesu-Haus Kühr ausgebaut, mit Carola Stern-Gilbaya der Förderverein „Von Mensch zu Mensch“ ins Leben gerufen und der kleine Streichelzoo angelegt.

Bis auf seinen jährlichen Urlaub im geliebten Allgäu, war Bruder Josef Tag und Nacht für alle da, sei es für die Anliegen der Bewohner, der Mitarbeiter oder anderer Menschen. Stets nahm er sich Zeit und hatte er ein offenes Ohr. Waren kleine Hilfeleistungen, Schlüssel- oder Fahrdienste gefragt, der väterliche Bruder Josef war allgegenwärtig und hilfreich zur Stelle. Auch den vielen guten Kontakten in die Stadt und den Kreis Cochem galt seine Aufmerksamkeit. Legendär bleiben die Gastfreundschaft und die gern geleistete Hilfe. Bruder Josef genoss auch das Vertrauen seiner Mitbrüder, so dass er in die Ordensleitung gewählt wurde und dort über viele Jahre verschiedene Ämter innehatte.

Im Jahre 2003 trat Bruder Josef in Ebernach, auf eigenen Wunsch, kürzer und legte die Leitungsverantwortung in andere Hände. Für drei Jahre sorgte er liebevoll und aufmerksam für die älteren Mitbrüder im Mutterhaus des Ordens, um noch einmal als Konventsoberer nach Ebernach zurück zu kehren. 2015 erfolgte der endgültige Ruf nach Hausen, wo er bis zuletzt als Oberer wirkte. Vor zwei Wochen infizierte er sich an Covid-19, erkrankte schwer und verstarb am Abend des 5. Dezembers im Krankenhaus. Seine Beisetzung auf dem Klosterfriedhof in Hausen (Wied) erfolgte im engsten Kreis seiner Mitbrüder.

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