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Gute Laune ist garantiert – bei den Wanderern und den Helfern

Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz (BSV) richtete zum 33. Mal den Ebernacher Wandertag aus

Was ist bei einer Freiluftveranstaltung am wichtigsten? Richtig: das Wetter. Und das schien beim Ebernacher Wandertag in diesem Jahr so gar nicht mitmachen zu wollen.

Als das Orga-Team um Michael Junglas und Rüdiger Dünzen zwei Tage vor dem nach wie vor bundesweit größten Event dieser Art die letzten Wegweiser an den drei Strecken platzierten, goss es in Strömen. Und auch am Vortag des Wandertags öffnete der Himmel seine Schleusen. Doch als dann die fast 1100 Teilnehmer auf die Strecke gingen, war das Vergangenheit: Blauer Himmel, weiße Wolken, trocken und nicht zu heiß – so etwas nennt man ideales Wanderwetter.

Bereits zum 33. Mal richteten der Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband Rheinland-Pfalz (BSV) und Special-Olympics Rheinland-Pfalz das Großereignis aus, das durch die Weinberge und Wälder zwischen Cochem und Ernst führt. Viele ehrenamtliche Helfer unter Federführung von Rüdiger Dünzen und Michael Junglas, die beide als Heilerziehungspfleger im Kloster Ebernach arbeiten, sorgten wieder einmal für einen reibungslosen Ablauf.

Um die Stimmung beim Wandertag muss sich ohnehin niemand sorgen – die ist immer bestens. Die mehr als tausend Teilnehmer aus zahlreichen Behinderteneinrichtungen in ganz Rheinland-Pfalz wissen sich optimal betreut und fühlen sich pudelwohl. Egal, ob sie nun auf die kurze Rundstrecke gehen, die auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist, auf die mittlere oder auf die 14 Kilometer lange, die es mit ihren Steigungen ganz schön in sich hat.    

Eine der Teilnehmerinnen ist Iris Giffeler. Sie lebte bis August 2017 im Kloster Ebernach und ist jetzt ambulante Kundin der Einrichtung. Die 14 Kilometer-Strecke bringt sie nicht aus der Puste, auch weil sie zwei Mal pro Woche in der BSG Ebernach Sport treibt: Zumba und Fußball.

Ihre Bayern-Kappe weist sie als Anhängerin des Rekordmeisters aus und ein ganz großer Fan ist sie von Thomas Müller: „Der ist ein toller Stürmer, aber ich selbst spiele lieber in der Abwehr.“ Und schon macht sie sich nach dem kurzen Plausch wieder mit Elan auf die Strecke.

Gute Laune versprühen aber auch viele der Helfer, zum Beispiel an den Raststellen, an denen die Wanderer mit Wasser versorgt werden.

Hans-Jürgen Johnen, der schon seit 1960 im Kloster Ebernach lebt, ist früher selbst gerne mitgegangen. Aber heute lassen das die lädierten Knie des 73-Jährigen nicht mehr zu: Er nimmt es mit Humor: „Ich bräuchte ein paar neue Beine, dann wäre ich wieder dabei.“ Und dann lacht er herzhaft, was er gern und oft tut: „Das schönste am Wandertag ist, dass immer alle gut gelaunt sind. Das macht Spaß, auch als Helfer.“

So sieht es auch Markus Steinmetz. Der 49-Jährige, der ebenfalls schon viele Jahre in der Cochemer Einrichtung lebt, wechselt gerne zwischen Wanderer und Helfer ab – in diesem Jahr ist er an der Wasserausgabe hoch oben auf einem Berg aktiv. „Alle freuen sich, wenn ich ihnen was zu trinken anbiete und sind sehr freundlich. Das ist für uns Helfer richtig schön.“