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Hunde-Therapie in Kloster Ebernach

Tiere können kranken und behinderten Menschen helfen. Allgemein bekannt ist sicherlich die Delphintherapie, aber auch eine Therapie mit speziell ausgebildeten Hunden kann die Lebensqualität behinderter Menschen verbessern.

Tobias Mülligan ist 22 Jahre alt und seit April 2008 in Kloster Ebernach. Er hört gerne Musik, am liebsten Kinderlieder, spielt mit seinen Kärtchen und geht gerne schwimmen. Seit seiner Geburt leidet er an frühkindlichem Autismus und ist außerdem stark sehbeeinträchtigt.

Seit zwei Jahren wird mit ihm eine tiergestützte Therapie mit Hunden durchgeführt.  Alle zwei Wochen kommt Gerd Thiel mit seinem mobilen Team und speziell ausgebildeten Begleithunden aus Brauneberg von der DogTher Natur Akademie zu Tobias nach Kloster Ebernach.

„Die Therapiebegleithunde ermöglichen durch ihre spezielle Ausbildung und die besonderen charakterlichen Eigenschaften oftmals Zugänge zu Menschen, die auf „normaler“ Ebene nicht möglich wären“, so Gerd Thiel von DogTher. Auf diese Weise sollen insbesondere die motorischen und sozial-emotionalen Kompetenzen von Tobias gefördert werden, wünschen sich seine Eltern. Zudem soll die Gruppendynamik auf seiner Wohngruppe Lukas verbessert werden.

Tiere, speziell Hunde, sind sehr empfindlich für Atmosphäre und Spannungen. Sie sind daher in der Lage, auf menschliche Interaktionspartner gefühlsmäßig differenziert zu reagieren und tiefgreifenden Einfluss auf die Beziehungsdynamik zu nehmen.

Je nach Tagesform und –stimmung von Tobias, kann er mit den verschiedenen Hunden in Kontakt treten. Bei der Therapie in seinem Zimmer werden vorwiegend seine emotionalen Belange angesprochen, indem er mit den Hunden kuscheln und schmusen kann. Wenn Tobias im Freigelände betreut wird, werden vor allem seine motorischen und sozialen Kompetenzen gefördert. Hier kann er mit den Hunden toben und spielen. Bei schlechtem Wetter gibt es auch Therapieeinheiten in der Turnhalle von Kloster Ebernach. Dort werden motorische Abläufe, Bewegungsmuster und Koordination trainiert.

Um seinen Bewegungsdrang zielgerichtet steuern zu können und Tobias im Falle eines auftretenden Anfalls sofort unterstützen zu können, werden die Einheiten in der großzügigen Außenanlage mit Streichelzoo meist in einem Rollstuhl absolviert. Auf diese Weise kann er Übungen eigenständiger gestalten und den Tieren näher sein. So schafft er es eine Ebene (Auge/Auge) mit den Hunden zu finden und eine nonverbale Kommunikation zu den Tieren herzustellen. 

Tobias hat mittlerweile einen klar erkennbaren Bezug zu den Tieren und den Therapeuten aufgebaut. Er erkennt sie bereits bei der Ankunft und spricht schon Tage vor der Therapie voller Vorfreude von den Hunden. Durch gezielte Übungen kann er jetzt viel besser und gezielter nach Dingen greifen. Auch einen Ball zu fangen und zu werfen hat sich stark verbessert. Auf seiner Wohngruppe Lukas hat er sich richtig gut eingelebt und der soziale Kontakt zu seinen Mitbewohnern hat sich ziemlich verbessert. 

„Da die Hunde auch immer Tobias’ Launen widerspiegeln, wirkt er im Anschluss an die Therapie immer viel entspannter. Zusammenfassend hat ihm die Therapie sehr gut getan und sein Wohlbefinden enorm verbessert. Er hat schon einen sehr engen Bezug zu den Hunden aufgebaut und seine motorischen und sozial-emotionalen Fähigkeiten haben sich sehr verbessert, so Carolin Clemens, Teamleiterin der Wohngruppe Lukas.

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